In einem offenen Brief vom 9. März 2010 an den Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) setzen sich die Chefdirigenten und Intendanten der Berliner Orchester für den Erhalt des Schulfaches Musik in allen Klassenstufen ein.
Gefordert werden im Brief mindestens 1,5 Stunden Musikunterricht in der Woche. Mit der bislang praktizierten Stundenreduzierung werde der Verlust kultureller Möglichkeiten und Traditionen in Kauf genommen und das Allgemeinwissen auf naturwissenschaftliches und ökonomisches Wissen beschränkt. Der Kürzung der Musikstunden in der Sekundarstufe I seit 1993 von zwei auf 1,5 Stunden oder sogar auf nur eine Stunde attestieren die Verfasser des Briefes "eine fatale Wirkung auf die Musikkultur unserer Stadt".
Der Präsident des Landesmusikrats, Christian Höppner, unterstützte den Protest: "Die musikalische Erziehung in der Grundschule ist für eine entsprechende Prägung der Schüler von größter Bedeutung."
In dem offenen Brief heißt es des Weiteren: "Es kann nicht sein, dass es Schüler gibt, die in den Klassen 7 bis 9 (also drei Jahre lang!), überhaupt keinen Musikunterricht in der Schule haben". Es sei ein Rätsel, wie man so ein nachwachsendes Publikum heranziehen solle. Es wird die Forderung aufgestellt, den Musikunterricht an den Sekundarschulen mit jeweils 1,5 Stunden für alle Klassenstufen zu erhalten.
Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs gehören außer Daniel Barenboim (Staatsoper Unter den Linden) und Sir Simon Rattle (Berliner Philharmoniker) unter anderem die Chefdirigenten Donald Runnicles (Deutsche Oper), Carl St. Clair (Komische Oper), Lothar Zagrosek (Konzerthausorchester) und Ingo Metzmacher (Deutsches Symphonie-Orchester Berlin). Den Protest unterstützeten Intendanten mehrerer Berliner Kulturstätten an. Darunter Pamela Rosenberg (Berliner Philharmoniker) und Kirsten Harms (Deutsche Oper).
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